Teilbereich 5: Heiden bei Kirchwald

anklicken für vergrößerte Ansicht

Die Wacholderheide am Mohrsberg

(Foto: Ulrich Siewers)
(Foto: Ulrich Siewers)

liegt zwei Kilometer nordwestlich von Kirchwald am Südhang des Mohrsberges (564 m) unmittelbar nördlich der Wendelinuskapelle an der Landstraße L10 (Mayen - Langenfeld). Der Wacholderstandort Mohrsberg wurde bereits 1934 im Heft "Wacholder der Rheinprovinz" der Rheinischen Heimatpflege namentlich beschrieben.

Durch die Heide führt der "Panorama-Wanderweg" (P). Die ursprünglich auf sandigem, silikatreichem Lehmboden und Verwitterungsgestein entstandene Wacholderheide ist heute völlig verbuscht. Zwischen dem oft dornigem Gestrüpp aus Ginster, Weißdorn- und Brombeersträuchern kämpft eine Handvoll letzter grüner Stachelritter ums Überleben. Blühende Weideröschen am Rande verraten, dass der Boden in hohem Maße mit Stickstoff angereichert ist.

Allein die herrliche Aussicht auf die Vulkane der Vordereifel und das dahinter liegende Neuwieder Becken vermag den Schmerz des Wacholderfreundes zu lindern.

Außerdem ist die dichte Wildnis ein Eldorado für Vögel und allerlei Insekten, die sich an den üppig wuchernden Blütenpflanzen laben. Beobachtet wurden Neuntöter, Mäusebussard und Rotmilan. Die Raubvögel nützen die Thermik am Mohrsberg für die Jagd auf Mäuse und andere Kleintiere, denen das dichte Buschwerk Lebensraum und Schutz bietet. Auch für den Tisch des Menschen ist gesorgt: Die Brombeeren am Mohrsberg sind dank der Südlage besonders aromatisch süß und am Wegrand bildet der Wilde Thymian große Duftkissen. Auch betörend duftender Wilder Majoran (Oregano) gedeiht am Fuß des Mohrsberges.

Die Wacholderheide am Steinbüchel

(Foto: Ulrich Siewers)
(Foto: Ulrich Siewers)

liegt wie eine grüne Insel ca. 500 m südlich Von Kirchwald auf einer kleinen Anhöhe (524 m) am "Panorama-Wanderweg" (P) inmitten landwirtschaftlich intensiv genutzter Ackerflächen.

Wacholder gibt es am Steinbüchel nur noch rudimentär. Ginster, Roter Holunder und andere Feldgehölze haben ihn derart verdrängt, dass eine Regenerierung der früheren Bestände kaum Erfolgsaussichten verspricht. Dafür wachsen auf dem mageren Verwitterungsgesteins- und Felsboden allerlei Blütenpflanzen, überwiegend Pioniergewächse, die mit jedem Boden zurecht kommen.

Insekten fressende Vögel finden am Steinbüchel reichlich Beute. Insbesondere Ödlandschrecken und andere Grasbewohner bevölkern die Borstgraswiesen.

Sehr schöne Aussicht auf Hochsimmer, Hochstein und Sulzbusch sowie St. Johann.